Ausstellung „Klänge des Lebens“ – Sinti, Roma und Jenische erzählen ihre Geschichten
Zweiteilige Ausstellung vom 23. bis zum 30. März 2025 im Rathaus und auf dem Freithof
Anlässlich der internationalen UN-Wochen gegen Rassismus zeigt die Stadt Neuss die Sonderausstellung „Klänge des Lebens“ von Sonntag, 23. März bis Sonntag, 30. März 2025 im Rathausfoyer und auf dem Markt unterhalb des Freithofs.
Die zweiteilige Ausstellung lässt Menschen zu Wort kommen, die als Sinti und Roma im Nationalsozialismus verfolgt wurden und den Völkermord überlebt haben. Angehörige der zweiten Generation berichten, welche Spuren dieses Menschheitsverbrechen bei ihnen selbst und innerhalb ihrer Familie hinterlassen hat.
Im Rathausfoyer zu sehen sind verschiedene Roll-Ups, Filme und Fotomontagen, die über das Leben der Sinti vor und während der Zeit des Nationalsozialismus berichten. Ein Oldtimer-Wohnwagen – ein sogenannter Oberlichtwagen, Baujahr 1958 – bildet den zweiten Teil der Ausstellung und wird eine Woche lang unterhalb des Freithofes vor der großen Treppe am Markt stehen. Dieser beinhaltet einen weiteren Teil der Ausstellung und ist für die Sinti und Roma ein Sinnbild für eine verschwundene Welt, eine Erinnerung an ihre Vorfahren sowie ein Ort der Selbstverständigung und der Begegnung.
Die Sonderausstellung wird organisiert durch den Beauftragten für Diversität, Integration und Antirassismus und dem Integrationsamt der Stadt Neuss unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Reiner Breuer.
Seit 2019 führt und dokumentiert die Künstlerin Krystiane Vajda gemeinsam mit ihrem Mann, Markus Reinhardt, einem Neffen des international bekannten Sinti-Jazz-Musikers Django Reinhardt, Video-Interviews mit Überlebenden (Sinti, Roma, Jenischen und deren Nachfahren) des NS-Regimes. Die Zeitzeugenarbeit ist besonders wichtig, „weil unsere Sprache Romanes keine Schriftsprache hat und die Alten unsere Bücher sind“, erläutert der Musiker und Kurator Markus Reinhardt.
Bisher wurden 45 Zeitzeugen-Interviews geführt, die an Medienstationen in der Ausstellung sowohl im Oberlichtwagen, als auch im Foyer präsentiert werden. Aufbauend auf ihrer bisherigen künstlerischen Auseinandersetzung mit der Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma in der NS-Zeit und den persönlichen Geschichten der Verfolgten, hat Vajda die Installation „Erinnerungskörper“ entwickelt. Gestaltet wurden lebensgroße Figuren, die an Fleischerhaken aufgehängt im Wagen schweben und Personen und Familienangehörige symbolisieren, die durch das NS-Regime gefoltert und/oder ermordet wurden.
Die Vernissage findet statt am Sonntag, 23. März 2025 um 13:00 Uhr und wird gestaltet durch den Musiker Markus Reinhardt. Im Wechsel zwischen Erzählen und Musik mit seinem Ensemble wird auch der Zeitzeuge Christian Pfeil zu Wort kommen. Schirmherr der Veranstaltung ist Bürgermeister Reiner Breuer, der ein Grußwort halten wird. Finissage ist am Sonntag, 30. März um 16:00 Uhr, mit einer Führung durch Markus Reinhardt. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich.
Ausstellung „Klänge des Lebens“
23. März – 30. März 2025
Rathausfoyer und Markt